• Grundsätze

    Die Personelle Entwicklungszusammenarbeit umfasst Facheinsätze in Entwicklungsprojekten des Südens. Sie versteht sich als eine Form der Internationalen Zusammenarbeit, bei der nicht Geld oder Technologie im Vordergrund stehen, sondern die fruchtbare Begegnung zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen. Gemeinsam arbeiten sie für bessere Lebensbedingungen in den Ländern des Südens.

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/32
  • Mehrwert

    Die Personelle Entwicklungszusammenarbeit erzeugt mit angemessenen Mitteln eine direkte Wirkung auf die Entwicklung zugunsten der benachteiligten Bevölkerung im Süden. Diese spezifische Form von Entwicklungszusammenarbeit trägt zugleich zu einer humanitären, engagierten und weltoffenen Schweiz bei.

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/mehrwert
  • Konrad Graber

    "Die personelle Entwicklungszusammenarbeit ist wichtig, weil sie Einsatzmöglichkeit anbietet, für Menschen die bereit sind, ihr persönliches Engagement für eine gerechtere Welt einzubringen."

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/844
  • Peter Niggli

    "Ohne einen regen Austausch von Menschen zwischen den Kontinenten wäre internationale Verständigung noch viel schwieriger. Ich wünsche mir allerdings, dass wir nicht nur Freiwillige in Entwicklungsländer entsenden, sondern auf breiter Ebene auch Menschen aus dem globalen Süden in die Schweiz einladen, um uns die Welt besser verstehen zu helfen."

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/844
  • Liliane Maury Pasquier

    "Die Fachleute, die ihre Kompetenzen den Südpartnern zur Verfügung stellen, verbreiten die Stimme einer humanitären, engagierten und weltoffenen Schweiz."

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/844
  • Luc Recordon

    "Die Freiwilligen spielen eine entscheidende Rolle in der Schweizer Zivilgesellschaft als Multiplikatoren von Informationen über den Süden und zur Bewusstseinsbildung"

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/844
  • Toni Frisch

    „Die Sorge um Professionalität bei Unité und ihr Streben nach Qualität durch Erarbeitung hoher Standards sind unerlässlich, um eine direkte Wirkung zugunsten besserer Lebensbedingungen für Menschen in Not zu haben.“

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/844
  • Verband

    Seit 50 Jahren setzt sich Unité, der Schweizer Verband für Personelle Entwicklungszusammenarbeit, für die Verbesserung der Qualität der Facheinsätze im Freiwilligenstatus durch Standardsetzung, Evaluationen, Studien sowie Unterstützung und Weiterbildung ein. Er besteht aus rund 25 Mitgliedorganisationen.

    http://www.sh51581.dione.kreativmedia.ch/de/node/36

Aktuell

Auf Initiative des «Centre Écologique Albert Schweitzer» verfasste ein Konsulent des Genfer «Graduate Institute of International and Development Studies» einen Leitfaden für den Austausch von Personen aus dem Süden in den Norden sowie zwischen Ländern des Südens. Diese Einsätze bieten die Möglichkeit, die Kompetenzen des Südens mehr in der Schweiz mit einzubeziehen. Ganz im Sinne der Agenda 2030 stellen sie somit ein neues Potenzial für die Entwicklungszusammenarbeit dar.

Der Autor Daniele Fino stützt sich auf vorgängige Erfahrungen von Schweizer Organisationen, um einen Regelrahmen sowie verschiedene Instrumente und Modelle zu entwickeln. Dies soll eine professionellere und systematischere Umsetzung reziproker Einsatzarten ermöglichen. Die Broschüre deckt alle Schritte solcher Engagements ab: von der Planung bis zur Auswertung nach dem Einsatz.

Leitfaden für den Süd-Süd- und den Süd-Nord-Personenaustausch in der Entwicklungszusammenarbeit, CEAS, Unité, Daniele Fino, 2016.

Als Teilnehmer an der letzten Konferenz der internationalen Organisationen für Personelle Entwicklungszusammenarbeit im vergangenen Oktober, hat Unité den Bonn Call to Action unterzeichnet. Dieser ruft dazu auf, die Personelle Entwicklungszusammenarbeit zu einem der Schlüssel für die Erreichung der neuen Ziele der nachhaltigen Entwicklung 2030 zu machen:

Appel à l'Action de Bonn

Representatives of organisations engaged in volunteering at home and across borders met in Bonn on 9th-12th October 2016 for the annual conference of the International Forum for Volunteering in Development, focusing on the theme of Increasing Resilience of Communities through Volunteering. Representing civil society, government agencies, UN bodies, academia and the private sector, Forum members work in partnership for a more just and sustainable world.

Volunteers and volunteer organisations are essential to people-centred development and vibrant, resilient communities. Acting alongside local and national governments, multilateral agencies and the private sector, volunteers of all ages build capacity and active citizenship.

Volunteers are uniquely positioned to reach out to marginalised, vulnerable people and fragile communities, supporting them to build their resilience and ownership of sustainable people-centred development interventions.

We are individually and collectively committed to achieving the Sustainable Development Goals in order to eliminate poverty and inequality by 2030. We recognise that communities must be at the centre of their own development, and that women and young people must be fully engaged.

We commit to continuing to work together, strengthening our diverse contributions, demonstrating accountability, and achieving greater visibility, recognition and resourcing of volunteering.

We also commit to:

  • • Measuring and documenting the individual and collective contribution of volunteerism.
  • • Demonstrating the value of volunteering as a powerful and cross-cutting means of achieving the SDGs.
  • • Building and strengthening volunteer partnerships and practice. 
  • • Contributing to the United Nations’ plan of action for integrating volunteering into peace and development.

The Bonn conference demonstrated the power of volunteerism in strengthening individual and community resilience in order to adapt to change, build back better, and so achieve sustainable development.

We therefore call on local and national governments, the High-level Political Forum of the United Nations and other major stakeholders to make volunteerism key to the achievement of the SDGs.

To strengthen our collective actions, Forum invites organisations in all sectors to endorse this declaration and support this Call to Action.

Alessandra Ceregatti
Photo: E-changer/Comundo

In jeder Ausgabe von Praxis (die Zeitschrift von Unité) übernimmt ein Gast die Schiedsrichterpfeife. Für die dritte Ausgabe zeigt Alessandra Ceregatti* die gelbe Karte. Sie ist Journalistin und Aktivistin der Marche Mondiale des Femmes in Brasilien.

Die Marche Mondiale des Femmes (MMF) ist eine feministische und antikapitalistische Bewegung. Sie verfügt über nationale Koordinationen in über 60 Ländern und Kontaktgruppen in weiteren 90 Ländern. Die Entstehung des MMF geht auf eine globale Kampagne gegen Armut und sexuelle Gewalt im Jahr 2000 zurück. In der Folge festigte sich diese zu einer permanenten Bewegung.  

Heute bewegen wir uns in einem anderen Kontext als vor 16 Jahren. Wir stellen fest, dass sich der Kapitalismus und das Patriarchat in einer Legitimitätskrise befinden. Das System begegnet dieser Krise mit einer Stärkung des Kapitalismus durch Krieg, durch Abbau hart erkämpfter sozialer Rechte, das Hamstern der natürlichen Reserven wie Wasser, Erde, Saatgut, einem zunehmend konservativen Diskurs sowie mehr Gewalt und Kontrolle über die Arbeit, den Körper und die Sexualität der Frauen.

Die internationale Zusammenarbeit fügt sich in dieses weltweite Szenario ein. Wir verstehen die Kooperation als eine Form, den enormen Transfer von Ressourcen der Länder des Südens in den Norden umzukehren. Die Entwicklungszusammenarbeit sollte nicht als Wohltätigkeit oder Armenfürsorge verstanden werden. Aber wir beobachten eine Tendenz zur Technisierung und Entpolitisierung des Kampfes gegen die Armut, was sich auch auf die Wahrnehmung der Rechte der Frauen auswirkt.

Für die MMF ist die Internationale Zusammenarbeit ein Instrument, um konkrete Prozesse zu stärken, die den Ursprung der Ungleichheiten hinterfragen und eine Logik aufbauen, die nicht dem Profit, sondern der Nachhaltigkeit menschlichen Lebens verpflichtet ist.

In diesem Sinne ist die solidarische Zusammenarbeit zwischen MMF und E-CHANGER/COMUNDO exemplarisch: Sie fördert einen direkten Austausch zwischen Personen aus der Schweiz und den Ländern des Südens (im Falle von MMF Brasilien und Burkina Faso) sowie den Dialog mit verschiedenen sozialen Bewegungen, die sich gegen die Logik der neoliberalen Entwicklung stemmen.

Der Austausch von Fachpersonen geht über finanzielle Mittel hinaus. Er ermöglicht, die solidarischen Bindungen enger zu knüpfen und konkrete Erfahrungen zu Alternativen zu sammeln. Für die MMF hat diese solidarische Zusammenarbeit, sei es in Brasilien oder der Schweiz, konkret zu einem Austausch von Praktiken geführt,  wie zum Beispiel der feministischen „Batucada“ (Trommeln). Dies ist eine andere Form, um Frauen zusammenzubringen und sich dabei auch über politische Inhalte auszutauschen, um etwa Slogans für eine Kundgebung zu entwickeln.

Der Austausch von Fachpersonen ermöglicht es zudem aufzuzeigen, wie global die Inhalte unseres Engagements sind. Eine ständige Mobilisierung der Zivilgesellschaft sowohl im Norden wie im Süden wird immer wichtiger, um weltweit auf die Folgen der von den Regierungen und Unternehmen aufgezwungenen Politiken für die Bevölkerung aufmerksam zu machen. Im Kampf für eine gerechte, freie, solidarische und friedliche Welt wird es immer wichtiger, sich kollektiv für diesen Wandel zu engagieren.

 


 

*Alessandra Ceregatti ist Journalistin und Aktivistin der Marche Mondiale des Femmes (MMF). Von 2002 bis 2008 koordinierte sie das Exekutivbüro des Weltsozialforums in Brasilien und war von 2006 bis 2013 Kommunikationsverantwortliche des Internationalen MMF-Sekretariates. Von 2011 bis 2014 war sie als Fachperson für E-CHANGER/COMUNDO im Einsatz.